Doreini na'delari 2017

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Doreini na'delari Hauptartikel Doreini na'delari, Jahr 40

Die Kal'dorei und Shu'halo sammeln sich vor dem Mondbrunnen

Der Himmel strahlt in einem satten Rot, als die Sonne sich dem Horizont nähert. Der Platz am Mondbrunnen zwischen den beiden Gasthäusern in Nachthafen ist gefüllt mit Kal'dorei jeden Berufs und Alters, mit Druiden - Tauren wie Nachtelfen - die dem Weg des Cenarius folgen. Sie alle schauen erwartungsvoll zur leitenden Priesterin, Namia Silberwind und zum leitenden Druiden, Shan'do Imrothan Wolkenwirbel und lauschen ihren Worten.
Namia hat die Hände vor dem Schoß miteinander verschränkt und wartet geduldig, dass Ruhe einkehrt. Sie scheint dabei jeden einzelnen anzusehen, wartend, sanft, aber doch bestimmt. Imrothan hebt die Arme gen Himmel, um so die Aufmerksamkeit auf sich und Namia zu lenken und den Gästen damit anzuzeigen, dass das Fest nun beginnt.
Die Priesterin lächelt leicht, als alle still auf sie und den Shan'do blicken. Sie löst die Finger voneinander und während Imrothan die Arme wieder senkt, hebt sie ihrerseits die Stimme. Klar und deutlich ist sie von jedem zu vernehmen:
"Elune-adore Brüder und Schwestern, Priesterinnen, Druiden und Schamanen, rastende Reisende, Familien und ihr Kinder und junge Erwachsene, die ihr heute gekommen seid, um den Frühling willkommen zu heißen und all das was er uns bringt und mit uns macht."

Imrothan gönnt den Zuhörern eine kleine Pause, ehe er beginnt zu sprechen, abwechselnd mit der Priesterin:
"Meine Brüder und Schwestern, die Erde, die Natur, der Wald und seine Tiere haben seit vielen Monaten geschlafen. Die kalte Jahreszeit war dieses Mal besonders mild, viele Wesen konnten dadurch besser und leichter überleben. Von heute an beginnt der Frühling, die Bäume werden Knospen tragen, die Tiere ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Die Natur erwacht, gestärkt durch ihren winterlichen Schlaf."
"Und so erwachen auch unsere Geister, unsere Seelen. Wir fühlen uns wacher, lebendiger. Die Zeit der Ruhe, des Schlafes ist vorbei. Wir lassen diese Zeit hinter uns und wollen frischer Energien in ein weiteres, neues Jahr gehen. Der Frühling ist nicht nur die Zeit der Fortpflanzung, nein, sondern allgemein eine Zeit der Fruchtbarkeit. Die Fruchtbarkeit des Körpers, ja, aber auch die Fruchtbarkeit unserer Kreativität und unseres Tatendranges."
"Viele Tiere spüren das Gleiche, sind ebenfalls voller Tatendrang und nutzen dies. Die Bienen folgen in dieser Jahreszeit ihrer neue Königin, bauen ihre Honigwaben für die Eier dieser. Vögel bauen nun ihre Nester, manche kehren immer wieder zu den gleichen zurück und bereiten sie vor. Lachse schwimmen zu dem Ort, an dem sie im vergangenen Jahr geschlüpft sind, um dort zu laichen."
"Und wir? Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen, unsere neuerwachte Energie nutzen um neue Projekte anzufangen oder auch um unser Heim zu säubern. Reinigt eure Umgebung, euren Geist und eure Seele. Nehmt euch eines ausgedehnten Frühjahrsputzes an, nehmt euch eines ungelösten Problems an. Denn zu diesem besonderen Tag, zum Neujahrstag, ist es Brauch, ungelöste Aufgaben abzuschließen oder sich Herausforderungen entgegen zu stellen."

Shan'do Wolkenwirbel sieht die Anwesenden mit durchdringendem Blick an. Wieder lässt er sich Zeit, bevor er spricht, um so den voran gesprochenen Worten Bedeutung zu verleihen:
"Dieses Fest soll daran erinnern, dass ab heute die Tage länger und die Nächte kürzer werden. Es soll uns daran erinnern, dass ab heute das Leben zu sprießen beginnt. Der Wald wird rascheln, zwitschern, leben! Der Wald beginnt zu leben. Und dies wollen wir feiern."
Nach einer kurzen Pause vollendet Namia die Begrüßung:
"Dieses Fest soll uns aber auch daran erinnern, dass in uns das Leben zu sprießen beginnt. Unser Geist wird wach, fröhlich, lebendig! Wir werden lebendig. Und dies wollen wir feiern."

Priesterin Silberwind atmet tief durch, schließt dabei kurz die Augen. Sie legt ihre Hand in die des Shan'do, ehe beide die Gäste ansehen und sie das Wort an sie richtet.
"Bevor wir das belebende Frühlingsfeuer entfachen, möchten Shan'do Wolkenwirbel und ich euch zu einem gemeinsamen Gebet einladen. Schließt die Augen, spürt die Kraft des Frühlings und wer will, darf sich dem Gebet anschließen."
Namia hebt ihre freie Hand und auch ihr Gesicht gen Nachthimmel, schließt dabei die Augen. Ihre Stimme klingt klar, deutlich und durchdringend.


Große Göttin,
viel sind Deine Namen und Länder,
Groß ist Dein Reich.
Bei dem Namen, der mir am vertrautesten ist
will ich Dich rufen.

Elune,
weiße Mutter des Himmels,
Dich ruf ich.
Weithin treffende,
Herrin des Lebens,
Herrin des Todes,
Herrin der Nacht, Du bist der volle und dunkle Mond

Du große Kriegerin, wachst über uns am Himmelszelt.
Du liebende Mutter,
Du allwissende Weise,
Du leuchtende Seherin,
Du heilige Frau.

Freie Göttin unter den Göttern,
Mit Deinem Schein erhellst Du die Dunkelheit der Nacht und gehst uns voran.
Du nährst in Deiner wunderbaren Großmut vielbrüstig die ganze Welt.
Dein Herz wendet sich wie eine Mutter ihren Kindern all jenen zu,
die in Kummer und Bedrängnis leiden.

Ich bitte um Deinen Segen.
Breite aus Deine starken Arme,
die müden Herzen Ruhe geben,
die dem Sorgenvollen Freude schenken und dem Leidenden Kraft spenden.
Ich bitte um Deinen Segen.


Die Priesterin öffnet die Augen und senkt den Arm. Erst dann sieht sie die Gäste an, während Imrothan seinen freien Arm, wie auch Namia, dem Himmel entgegenstreckt. Seinen Blick jedoch senkt er zu Boden, als wenn er zu ihm beten würde. Auch seine Stimme ist klar und durchdringend.


Ich rufe Dich Cenarius.
Ich rufe Deine männliche Kraft,
Sohn der Göttin.
Herrscher der Wälder,
alles Leben sprießt und wächst aus Dir.

Dich rufe ich.
Deinen Mut, mit dem Du krachend Deinen Gegner triffst,
Deine Schönheit, mit der Du wie ein Baum der Sonne entgegenwächst.
Dein Ruf ist das Glück des Seins.

Cenarius,
Herrscher, Meister der Verwandlung.
Wie Du Dich erneuerst,
so erneuere auch uns.
Tauche uns in den grünen Traum
und gib uns Deine Kraft.

Cenarius,
Herrscher, Herr der Tiere.
Wie Du wollen wir mit allen Wesen eins sein,
schöner, stärker, bewusster.
Gib uns die Kraft Deines Wissens.

Ich bitte um Deinen Segen.
Breite aus Deine starken Arme,
die müden Herzen Ruhe geben
die dem Sorgenvollen Freude schenken und dem Leidenden Kraft spenden.
Ich bitte um Deinen Segen.


Shan'do Wolkenwirbel und Priesterin Silberwind bereiten das Frühlingsfeuer vor

Namia und Imrothan lassen sich los und sehen die Anwesenden an. Der Druide holt Luft, bevor er spricht, erneut abwechselnd mit der Priesterin.
"Unsere Worte sind gesprochen, unsere Geister erwacht. Der innere Funken wurde entzündet."
"Es wird Zeit für das Frühlingsfeuer, das Feuer des Lebens. Gewidmet der Elune, neun Holzscheite sollen das Feuer nähren. Ein Scheit für jeden Monat, das ein Kind zum Gedeihen braucht. "
"Gewidmet all unseren Göttern, neun Holzscheite sollen das Feuer nähren. Ein Scheit für jede Göttin und jeden Gott, welche über uns wachen."
Priesterin Silberwind, Shan'do Wolkenwirbel und eine Novizin der Elune in deren Mitte stellen sich zu der Stelle, an der das Feuer entzündet werden soll. Die Novizin hält dabei einige große Holzscheite in ihren Händen.

Namia stellt das erste Holzscheit auf und spricht dabei für alle hörbar:
"Das erste Scheit gehört der Elune, unsere große Mutter. Möge ihr weißer, reiner Schein unsere Wege klar erhellen und uns immer zur Seite stehen."
Die Priesterin lächelt einen Augenblick, erhebt sich dann und macht dem Druiden Platz. Imrothan stellt einen Holzscheit auf.
"Das zweite Scheit gehört Malorne, dem Gemahl unserer Göttin. Möge er über uns wachen, von der Seite seiner Geliebten aus auf uns schauen und sich an den Früchten seines Sohnes erfreuen."br /> Der Shan'do rückt zur Seite, Namia legt vorsichtig den dritten Scheit zu den anderen beiden.
"Dieses Scheit ist der Göttin Aessina geweiht, dem Herz des Waldes. Möge sie weiterhin die Essenz der Bäume und damit unserer Heimat sein."
Silberwind wechselt den Platz mit dem Druiden, welcher das nächste Scheit dazulegt.
"Das vierte Holzscheit steht für Ursol, dem Schamanen und Heiler. Mögen uns seine Weisheiten ewig inspirieren und seine Anhänger ihn ehrenvoll vertreten."
Imrothan tritt zurück, die Priesterin dafür vor.
"Das fünfte ist Ursoc gewidmet, dem Krieger und Kämpfer. Mögen seine Stärke und sein Geschick auf uns übergehen, um das neue Jahr zu überstehen und seine Anhänger ihn ehrenvoll vertreten."
Namia geht einige Schritte zurück, der Shan'do hockt sich vor die Feuerstelle und stellt ein Scheit auf.
"Das nächste Scheit, das sechste, gehört Aviana, Mittlerin und Herrin über alle Vögel. Möge ihr Wissen uns immer in die richtige Richtung lenken und ihre Anhänger sie ehrenvoll vertreten."
Imrothan macht der Priesterin Platz.
"Das siebente Holzscheit lege ich im Namen des Agamaggan, dem großen Eber. Seine Wildheit und sein Mut sollen uns durchs neue Jahr geleiten und uns ein Beispiel sein."
Silberwind und der Druide wechseln erneut die Plätze.
"Das achte Scheit ist Goldrinn geweiht, Lo'Gosh, dem weißen Wolf. Mit seiner Gerissenheit und seiner Führungsstärke möge er uns durch das Jahr leiten."
Der Shan'do macht einige Schritte zurück, Namia tritt vor und legt das letzte Scheit auf den Haufen.
"Das neunte, das letzte. Die heilige Zahl, die es braucht um ein Kind zu gebären. Dieses Scheit ist dem Cenarius gewidmet. Er wurde durch Elune geboren und kommt jedes Jahr aufs Neue wieder, mit jedem Frühling."

Das heilige Frühlingsfeuer wird von Shan'do Wolkenwirbel entzündet, bevor die Gäste ihre Wünsche den Flammen mitgeben können

Die Priesterin tritt mit andächtigem Blick zurück, während der Druide mit einer Fackel in der Hand vor tritt. Auch er spricht einige Worte.
"Mit jedem Erwachen der Natur, mit jeder Wiedergeburt des Lebens im Frühling erwacht auch er und wird wiedergeboren. Möge er uns diesen Zyklus erhalten."
Während Wolkenwirbel das Feuer entzündet, wendet sich Silberwind kurz darauf an die Gäste. Gleichzeitig verteilen Thero'shan und Novizinnen kleinere Holzscheite unter den Gästen.
"Wir möchten jeden herzlich dazu einladen, das Feuer zu füttern und es am Leben zu erhalten. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass es weiter brennt. Gebt dem Holzscheit eure Wünsche mit oder auch Hoffnungen, damit diese als Rauch zu unseren Göttinnen und Göttern aufsteigen können."

Es treten zögerlich die ersten Gäste ans Feuer. Manch einer flüstert seinem Holzscheit etwas zu, bevor er es ins Feuer wirft, doch macht das nicht jeder. Tauren wie Nachtelfen, sie alle versammeln sich um das Feuer herum, um es weiter anzufachen. Nach und nach, als bereits die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, machen Novizinnen und Thero'shan überall in Nachthafen Fackeln und andere Lichter an, die die Stadt in ein sanftes Licht einhüllen. Namia wartet bis die Novizinnen und Thero'shan wieder an ihren Plätzen sind, ehe sie wieder die Aufmerksamkeit auf sich lenkt.

"Das Feuer des Lebens, des Erwachens brennt nun. Als Priesterin der Elune möchte ich ein Gebet an die weiße Mutter sprechen um ihr in unser aller Namen danken."
Namia hebt den Blick und damit das Gesicht in den Himmel. Ihr Gesicht wird von den sanften Strahlen des Mondes berührt und umschmeicheln ihre Konturen.


Göttin der Anfänge,
segne uns,
wenn wir Deinen Ruf hören,
wenn Deine Stimme uns lockt
zu Aufbruch und Neubeginn.

Göttin der Enden,
behüte uns,
wenn wir loslassen und Abschied nehmen,
wenn wir dankbar zurückschauen,
auf das, was hinter uns liegt.

Göttin der Liebe,
lass Dein Gesicht
leuchten über uns, wenn wir in Vertrauen
und Zuversicht einen neuen Schritt wagen
auf dem Weg unseres Glaubens.

Göttin des Lebens,
schenke uns Frieden,
wenn der eigene Weg uns aufwärts führt,
wenn wir Lebewohl sagen.
Lass die Blumen blühen für jeden von uns,
lass Wind uns den Rücken stärken
und den Mond klar auf das Gesicht scheinen,
wo immer wir gehen.

Göttin der Anfänge,
segne uns.


Die nachtelfischen Paare stellen sich bei Priesterin Silberwind an um sich Elunes Segen zu holen

Die Priesterin sieht die Gäste an und macht eine lange Pause. Dann hebt die Hände gen Himmel, sieht durch die Menge und gibt jedem das Gefühl damit angesprochen zu werden. Ein kleines Lächeln liegt auf ihren Lippen.
"Meine verehrten Gäste, Kal'dorei wie Shu'halo. Ich möchte die Paare unter euch bitten, vorzutreten, die sich für dieses Jahr ein Kind wünschen. Lasst mich euch und eure Fruchtbarkeit im Namen Elunes, im Namen Mu'shas segnen, auf dass ihr das Geschenk des Lebens erfahrt. Für die Tauren wird ein Schamane die Segnung übernehmen."

Ein nachtelfisches Paar nach dem anderen tritt vor, erst nur zögerlich. Ein Schamane stellt sich neben Namia, bei dem sich Taurenpaare anstellen. Das erste Pärchen stellt sich dicht vor Namia, welche ihre rechte Hand erst auf den Unterleib der Frau legt.
"Große Mutter, ich bitte Dich, möge ein Keim des Lebens in ihr wachsen. Möge sie einer neuen Seele das Leben schenken."
Namias Hand beginnt während der Bitte an, silbern zu glimmen und als sie fertig ist, legt sie dieselbe Hand auf den Unterleib des Mannes. Das Glimmen bleibt dabei erhalten.
"Große Mutter, ich bitte Dich, mögen seine Lenden den Keim des Lebens in seine Frau pflanzen. Möge er einer neuen Seele das Leben schenken."
Auch der Schamane segnet die Paare vor ihm mit den gleichen Worten.

Sehr bald schon haben sich viele Paare vor die Priesterin und den Schamanen gestellt, manche holen sich den Segen beider Göttinnen ab und einige lassen sich zusätzlich sogar noch vom Druiden segnen.

Nachdem die Priesterin auch das letzte Paar segnete und es sich in der Menge eingefunden hatte, blickt Namia die jungen Kinder unter den Gästen an spricht:
"Kinder. Sie sind das Wertvollste in unserem Leben, sind der größte Schatz einer Familie und eines Volkes. Sie sind die Zukunft, so voller Tatendrang, Mut und Möglichkeiten. Sie sind der Frühling, so voller Freude, Wärme und Hoffnung."
Bisher schien Namia mit allen zu sprechen, bis auf den Kindern, obwohl sie grade diese ansah. Doch nun spricht sie die nächste Generation direkt an. "Kinder. Unter anderem euch wurde das letzte Fest, das Fest der Lebenden gewidmet. Denn ihr seid es, die wichtig sind. Ihr tragt die Hoffnungen eures Volkes, eures Stammes und eurer Familie auf euren Schultern. Ihr tragt die Wünsche, die Ziele und das Wissen aller vorigen Generationen in euch. Ihr seid das Ergebnis der Liebe von tausenden von Vorfahren. Ihr seid unser Frühling. Seid euch dies immer Bewusst."

Priesterin Silberwind hebt die Arme, nachdem sie näher an die Menge herantrat und flüstert einige Worte. Ihre Augen leuchten etwas kräftiger als sonst, bevor ein sanfter Strahl aus Mondlicht auf die Gäste herabscheint. "Ich bete zu Elune, dass ihr niemals eure Wurzeln vergesst.
Ich bete zu Elune, dass ihr immer über euch hinauswachsen werdet.
Ich bete zu Elune, dass ihr aus der Vergangenheit lernt.
Ich bete zu Elune, dass ihr immer nach vorn schaut.
Aber ich bete auch dafür, dass ihr die Vergangenheit ehrt, eure Vorfahren, euer Volk.
Dass ihr skeptisch und doch hoffnungsvoll und die Zukunft seht.
Folgt eurem Herzen, folgt aber auch eurem Verstand.
Lasst euch von neuen Ideen inspirieren, weist aber keine Ratschläge von erfahreneren ab.
Ich bete zu Elune, dass ihr als unsere gesäten Samen reife Früchte tragen werdet.
Ich bete zu Elune, dass ihr unser schönster Frühling werdet."

Namia senkt die Arme wieder und sie wirkt erschöpft, als der Schein langsam verschwindet. Sie geht auf ihren Platz zurück, wobei sie einige Male tief Luft holt. Eine Novizin bringt ihr ein Glas Wasser, woraus sie gierig trinkt. Sie wirkt wieder erfrischter, schweigt jedoch noch einen Moment während sie die Festgäste anschaut und einigen bestimmten einen besonderen Blick zuwirft. Zumeist sind es erwachsene Kal'dorei, die noch unter 300 Jahre alt sind. Mit einer sanften, aber deutlichen Stimme spricht sie.
"Ihr, die körperlich erwachsen seid, aber noch nicht gesellschaftlich, tretet vor. Auch ihr sollt den Segen Elunes erhalten."

Priesterin segnet die Kinder, den Frühling eines Volkes

Es treten ein paar der Nachtelfen, die meisten davon weiblich, zu der Priesterin vor und verbeugen sich vor ihr, bevor diese weiterspricht.
"Ihr seid der bereits sprießende Samen, jeder von euch eine sich noch öffnende Knospe. Manche von euch kommen grade von einer Reise wieder, manche von euch haben diese Reise noch vor sich. In diesem Alter verlassen viele von euch das Land der Sterne, wie es neuerdings Brauch ist. Ihr brecht auf, um die Welt zu sehen und von der Welt zu lernen. Ihr werdet euren Geist formen, Freunde und Wissen dazugewinnen, Abenteuer bestehen und Gefahren trotzen. Ihr werdet aber auch Leid sehen, Trauer erfahren und Schmerzen spüren. Das alles ist Teil des Lebens..."
Während Namia spricht hat ihr eine Novizin bereits eine Schale mit weißer Farbe gereicht, in die sie zwei Finger tunkt und jedem und jeder einzelnen eine Spirale auf die Stirn malt. Jede fertig gemalte Spirale schimmert einen Augenblick lang schwach silbern.
"Die Dauer der Reise ist allein dem Reisenden überlassen, auch ob man allein, zu zweit oder in einer größeren Gruppe reist. Doch denkt immer daran, dass auch Elune euch begleitet, ganz gleich wo ihr seid. Die Göttin ist immer bei euch, sieht euch und leitet euch. Möge sie immer eine schützende Hand über euch jungen Erwachsenen halten."
Die Priesterin ist nun beim letzten angekommen und nimmt die Hand von der Stirn dieser Kal'dorei. Sie wirkt zufrieden und stellt sich vor die Gruppe der eben gesegneten Nachtelfen.
"Den Segen der Göttin habt ihr nun erhalten. Geht zu euren Verwandten und Freunden, auf dass sie euch ebenfalls ihre Wünsche mitgeben, oder vielleicht auch nützliche Gegenstände für eure Reisen. Oder lasst euch willkommen heißen, wenn ihr grade wieder zurück seid."
Silberwind reicht die Schale eine der Novizinnen und bekommt im Austausch dafür ein feuchtes Handtuch, womit sie sich ihre beinah vollständig weiße Hand abwischt. In der Zwischenzeit hat sich die kleine Gruppe bereits aufgelöst.

Die Novizin, die Namia das feuchte Tuch brachte, zieht sich zurück und eine andere nimmt ihren Platz ein. In ihrer Hand hält sie eine große Schale mit Wasser, in der die Priesterin ihre Finger tunkt. Sie schließt die Augen und flüstert etwas. Wer genauer hinhört, bemerkt, dass sie das Wasser segnet. Die Hand und das Wasser schimmern leicht, doch so schnell es kam, so schnell ist es auch wieder verschwunden.

Die Priesterin richtet ihre Aufmerksamkeit wieder den Anwesenden, als sie spricht.
"Nun sind die Erwachsenen an der Reihe. Die, die bereits ihr 300. Jahr begonnen oder sogar leicht überschritten haben. Die, die ihre Erwachsenenweihe noch nicht hatten. Kommt zu mir."
Nicht viele, aber doch einige Nachtelfen treten vor und betrachten die Priesterin.
"Ich werde euch nicht eure Zeremonie wegnehmen. Aber lasst mich euch dennoch segnen, denn ihr seid grade erst erblühte Blumen. Ihr seid der Übergang zum Sommer. Ihr seid als Erwachsene erwacht, tragt nun die volle Verantwortung für euer Handeln und eure Entscheidungen. Ihr seid ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft und habt damit nicht nur gewisse Rechte, sondern auch Pflichten. Ihr könnt nun offiziell eure Gefährten wählen und einen Beruf. Die meisten wissen bereits wen sie lieben und was sie werden möchten. Wer es nicht weiß, der wird sich bald auf die Suche nach der Antwort machen. Ihr dürft nun auch euren ersten Säbler besitzen und bei den Säblerführerinnen nach Reitstunden bitten. Die Frauen unter euch werden sich bald als Zeichen ihres 300. Lebensjahres ihr Gesichtstattoo stechen lassen. Tut das alles mit dem Segen Elunes."
Namia macht eine kurze Pause und bittet einen Nachtelfen aus der kleinen Gruppe näher an sie heranzutreten. Als dieser vor ihr steht, tunkt sie ihre Finger in das gesegnete Wasser und legt diese genau zwischen die Augenbraue des Mannes, während sie spricht.
"Möge dein Verstand scharf sein, dein Blick immer klar und aufmerksam."
Sie wandert mit der Hand runter zu seinen Lippen.
"Mögen deine Worte stets bedacht und ehrlich sein."
Erneut wandert die Hand der Priesterin tiefer und bleibt auf der oberen Hälfte der Brust liegen.
"Und möge dein Herz von Liebe und Mut erfüllt sein."
Silberwind nimmt die Hand runter.
"Geh deinen Weg. Geh ihn erhobenen Hauptes, in dem Wissen, dass Elune immer bei dir sein wird."
Der junge Mann geht an seinen Platz zurück und die nächste Person wird von Namia zu sich gebeten. Die Prozedur wird wiederholt, bis jeder von dieser Gruppe ihren Segen erhalten hat. Als auch der letzte wieder in der Gruppe ist, hebt die Priesterin noch einmal die Stimme.
"Willkommen in der Gesellschaft, meine Schwestern und Brüder. Willkommen im Leben eines Erwachsenen. Fügt euch ein, tragt euren Teil dazu bei und strebt immer nach Verbesserung."
Nach diesen letzten Worten löst sich die Gruppe auf, die einzelnen Nachtelfen mischen sich unter die anderen Gäste.

Imrothan sieht sich das Ganze schweigend an und nachdem Ruhe eingekehrt ist, dreht er sich halb von der Menge weg. Das Gesicht ist leicht dem Baum hinter dem Brunnen zugewandt, dennoch kann man ihn klar und deutlich verstehen, als er spricht.
"Priesterin Silberwind hat nun dem Volk Fruchtbarkeit geschenkt. Jetzt wollen wir die Natur um ihre Fruchtbarkeit bitten. Als Zeichen, als Symbol für den Beginn dieser Fruchtbarkeit und für das Erwachen des Lebens, wird der Baum, den wir vor einem halben Jahr in goldene Herbsttöne kleideten, Sprösslinge und Knospen bilden und als einer der ersten erblühen!"

Shan'do Wolkenwirbel wendet sich nun gänzlich von den Gästen ab und geht sicheren Schrittes auf den Baum zu, der bereits hier und da einige grüne Blätter aufweist. Der Druide legt seine Hände auf den Stamm, schließt die Augen und konzentriert sich. Seine Hände glimmen grünlich auf, das Leuchten geht langsam auf den Baum über. Nach und nach sprießen an den Ästen die Knospen, gleichzeitig spricht Imrothan verständlich für alle ein Gebet.

Shan'do Wolkenwirbel bittet den Baum als erstes Knospen zu tragen und damit den Frühlingsbeginn zu markieren

Höret die Worte des gehörnten Gottes,
die Musik dessen, der mit seinem Lachen den Wind rührt,
er, dessen Stimme die Jahreszeiten ruft!

Er ist der Herr der Jagd, die Kraft des Lichts,
die leuchtende Sonne zwischen den Wolken,
das Geheimnis der Träume.

Er ruft eure Körper sich zu erheben und zu ihm zu kommen,
denn er ist das Fleisch der Erde und all ihrer Wesen.
Durch ihn müssen alle Dinge sterben
und mit ihm werden sie wiedergeboren.

Lasst seine Verehrung im singenden und tanzenden Körper sein,
denn seht, alle Handlungen der Feiern sind seine Rituale.

So seien Mut und Zweifel,
Freude und Trauer,
Liebe und Wut,
Leidenschaft und Friede mit uns.

Denn auch sie sind Teil des Geheimnisses im Innern.
In ihm sind die Endungen aller Anfänge,
und die Anfänge aller Endungen.


Das Glimmen erlischt, kehrt zu Imrothans Händen zurück, die er dann vom Stamm des Baumes löst. Die Baumkrone strahlt in einem saftigen Grün, überall sind Knospen zu erkennen und an einigen Stellen sind diese bereits als rosafarbenen Blüten aufgegangen. Der Druide dreht sich zu der Menge um, sieht dabei jedoch die Priesterin an, auf die er nach einem kurzen Moment des Zögerns zugeht, um neben ihr seinen Platz einzunehmen.

Namia spricht die Gäste an, als der Druide bei ihr ist und wechselt sich mit diesem ab:
"Die Gebete sind gesprochen. Der rituelle Teil des Festes neigt sich nun dem Ende zu und Elune weiß, wie sehr wir uns wohl alle nach dem Essen sehen, das uns schon seit einer Weile mit seinem betörenden Duft lockt. Doch müssen wir uns noch etwas gedulden."
"Denn wir wollen uns noch ein letztes Mal dem Frühling widmen, dem Frühling jedes Volkes, jedes Stammes und jeder Familie. Den Kindern. Wie jedes Jahr sollen sie für das erwachende Leben singen und uns, den Geistern und Göttern ein Lächeln auf die Gesichter zaubern."
"Kinder der Tauren und Kinder der Nachtelfen, Mädchen und Jungen, kommt her zu uns. Kommt und singt das Frühlingslied, damit ihr danach die hier überall versteckten bunten Zapfen suchen könnt. Und wer besonders aufmerksam sucht, findet vielleicht sogar Süßigkeiten!"

Erst zögerlich, dann aber doch sicherer setzt sich eine kleine Masse aus Kindern in Bewegung, hauptsächlich aus Tauren bestehend. Sie bleiben vor der Priesterin und dem Shan'do stehen, drehen sich gemeinsam zu den Gästen um und warten dann wohl auf etwas.
Imrothan klatscht rhythmisch drei Mal in die Hände, was das Zeichen für die Kinder ist. Man hört jeden einzelnen von ihnen tief Luft holen und dann im Chor einheitlich singen:


Und nun wird es wieder grün,
und die bunten Blumen blühen:
Blümlein gelb und rot und blau,
seid gegrüßt in Feld und Au!

Und was flattert durch die Luft,
lustig nach dem Frühlingsduft?
Schmetterling' im Sonnenstrahl,
seid gegrüßt viel tausendmal!

Und der Vogel singt sein Lied,
freut sich, dass der Winter schied:
Vöglein, singt durch Berg und Tal,
seid gegrüßt viel tausendmal!

Nach dem langen Fest lassen Gäste, die Schwesternschaft und der Zirkel die Nacht beim gemeinsamen Essen ausklingen

Frühling, und so grüß' ich dich,
denn du kamst ja auch für mich,
gabst mir Freuden ohne Zahl,
sei gegrüßt viel tausendmal!


Shan'do Wolkenwirbel beugt sich vor, während er zu den Kindern spricht.
"Jetzt geht und sammelt die Zapfen."

Dann hebt der Druide den Blick zu den anderen Gästen, derweil die Kinder in alle Richtigen laufen und in Büsche kriechen, Steine heben oder in Gebäude verschwinden. Ab und an ist plötzliches Lachen oder ein Jubelruf zu hören. Imrothan spricht mit kräftiger Stimme.
"Für diejenige unter uns, die in diesem Jahr ihr Erwachsenenalter erreicht haben und es kenntlich machen wollen, wartet ein Tätowierer im Gebäude gegenüber." Der Shan'do schließt plötzlich den Mund und Namia öffnet ihren.
"Alle anderen sind nun herzlich zum Buffet eingeladen. Genießt den Frühling und seine Gaben, seid dankbar für das was wir haben. Die Götter mögen über uns wachen."

Während sich die Gäste am Buffet bedienen gehen viele Novizinnen und Thero'Shan herum, um den Besuchern, besonders den Land- und Viehhirten in kleinen Phiolen abgefülltes gesegnetes Wasser zu überreichen. Es geht die Nachricht rum, dass bei den Nachtelfen in den nächsten Nächten die Schwesternschaft, wie jedes Jahr, durch die Länder ziehen um Haus, Hof und Tier zu segnen.

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