Predigten der Schwesternschaft Elunes

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Wir sind nicht alleine

E'lalia Syssea Sternblick, Missionarin Elunes in Sturmwind, spricht während einer Mitternachtspredigt im Park von Sturmwind zu den Anwesenden.


Es war einmal eine Priesterin, sie hatte ein langes und erfülltes Leben gelebt und als Ihre letzten Nächte kamen, da schaute sie zurück auf ihr leben, ihren Weg... es waren Fußspuren im Sand, an einem langen schönen Strand. Ein steter und wohlsamer Weg.

Als sie an Elunes Seite kam betrachtete sie gemeinsam mit ihr den Weg. Die Priesterin sah, das ihre Fußspuren von einem weiteren Paar begleitet waren. Die Priesterin frage: "Mutter, wessen Fußspuren sind das neben den meinen?"

Und die Mutter antwortete: "Das sind meine, ich habe dich begleitet, wohin du auch gingst."

Die Priesterin freute sich und betrachtete den Weg genauer, dann wurde sie traurig. Sie sprach: "Aber Mutter, mein ganzes schönes Leben waren wir zu zweit, aber ausgerechnet in den Zeiten als es am schwersten für mich war sehe ich nur ein paar Spuren."

Die Priesterin war traurig, ja sehr traurig, sie fragte: "Mutter, warum sind die Spuren da allein, wo warst du? Warum hast du mich da verlassen?"

Aber die Mutter ist weise und lieb zugleich, sie tröstete die Priesterin und antwortete: "Da wo die Spuren alleine sind, da habe ich dich auf dem Weg getragen, wo du nicht weiterlaufen konntest war ich für dich da."

Und die Priesterin erkannte, das sie niemals alleine war und ihren Weg nur dank Elune geschafft hatte und so ist es auch mit uns. Vereint im Glauben und stark im Willen werden wir unseren Weg gehen. Und wenn es mühsam und erschwerlich ist dann wissen wir: Wir sind nicht alleine.

Das Ölbad

E'lalia Syssea Sternblick, Missionarin Elunes in Sturmwind, spricht während einer Mitternachtspredigt im Park von Sturmwind zu den Anwesenden.


Viele Kal'dorei und auch einige Menschen haben sich auf der kleinen Anhöhe versammelt. E'lalia stellt ihren Stab beiseite, er bleibt wie senkrecht neben ihr stehen und beginnt an der Spitze zu leuchten, wie eine Laterne spendet er zu dieser dunklen Stunde Licht.


Elune ist mit dir! Ich freue mich, dass auch in dieser ruhigen Nacht so viele Gäste und Mitglieder unserer Gemeinde erschienen sind um von der Weisheit Elunes zu lernen.

Auch unsere heutige Geschichte bringt uns zurück in die Vergangenheit, in längst vergessene Tage. Aber auch wenn die Tage und Nächte vergessen werden, die Weisheit die wir daraus ziehen bleibt erhalten. So begab es sich, dass es vor langer Zeit, weit im Süden, wo die Meere aus Sand bestehen einst eine arme Frau lebte.

In Silithus war dies. Und die Frau war nicht begabt oder talentiert, sie war weder kräftigt noch klug, aber sie hatte ein großes Herz. Durch eine schreckliche Tragödie jedoch hat diese Frau - sie war Schneiderin - ihren Arm verloren. Aber die Frau machte weiter, von Tag zu Tag, sie trug Freude und Hoffnung im Herzen, das wenige das sie hatte teilte sie mit den noch Ärmeren.

In der Stadt in der sie lebte gab es auch eine Priesterin, welche jeden Tag eine andere Familie zu Hause besuchte. Und an sandigen Orten ist es für gewöhnlich Tradition seinen Besuchern die Füße mit Öl vom Sand und Staub reinzuwaschen, ehe sie in die Wohnung treten.

So begab es sich, dass auch unsere arme Schneiderin besuch von der Priesterin bekam. Als diese auf der Schwelle stand wurde die sonst so herzliche Frau traurig und sage: "Oh Schwester, werte Priesterin. Ich bin betrübt, doch ich habe nicht mehr genug Öl und so muss ich es mit Wasser mischen."

Die Priesterin schenkte ihr jedoch ein Lächeln ließ sich die Füße aus dem Gemisch von Wasser und Öl waschen, sie besuchte die Frau und ging frohen Mutes wieder ihrer Wege.

Am nächsten Tag hatte die Priesterin ein anderes Haus im Sinn, es war das Haus einer mächtigen und reichen, sehr wohl angesehenen Kriegerin. Als die Priesterin dort auf der Schwelle stand, so wurden Dienerinnen gerufen die die Füße der Priesterin mit den kostbarsten Ölen der Region wuschen.

Aber die Kriegerin selbst, sie wartete im prunkvollen Speisesaal des Hauses, ehe sie die Priesterin begrüßte.

Die Nächte und Wochen gingen danach dahin und die Priesterin traf die arme Frau auf der Straße. Sie lud diese zum Essen ein. Die Kriegerin kam des Weges und verlangte auch eingeladen zu werden, weil sie angesehen war wurde ihr dieser Wunsch nicht verwehrt.

Im Hause der Priesterin bat jene dann für einen Moment um Entschuldigung. Und sie holte feines Öl um ihren Besucherinnen die Füße zu waschen.

Zuerst ging sie zur armen Schneiderin und wusch ihr besonders gründlich und fürsorglich die Füße. Dann ging sie zur Kriegerin, aber anstatt ihr die Füße zu waschen stellte sie ihr nur eine Schale Wasser hin.

Die Kriegerin war empört. Sie donnerte! "Warum bedienst du dieses alte Weib zuerst, bin ich nicht viel kräftiger? Und warum bekommt sie feines Öl und ich nur staubiges Wasser, bin ich nicht viel mehr wert?"

Und die Priesterin erwiderte: "Als ich bei dieser guten Frau ins Heim kam, da war sie bereit mir alles zu geben was sie noch hatte. Bei euch wurde ich von Fremden empfangen und mit Ignoranz begrüßt. Deshalb hört, Kriegerin. Macht ist nicht was uns definiert, sondern unsere Taten. Und was wir der geringsten unserer Schwestern tun, das tun wir auch an uns selbst."


Es ist also nicht schwer zu verstehen, liebe Gemeinde, das wir einander helfen sollen und Respekt zeigen müssen, so tief gesunken der andere auch scheint. Sein Herz und seine taten werden zeigen wer er ist.

Deshalb versammelt euch und kommt zu mir, ich werde eure Hände rein waschen, das der Schmutz vergessen aber eure Taten erinnert bleiben.

Die Priesterin lässt sich eine Schale bringen und wäscht der Helferin zuerst die Hände. Danach wäscht sie nach und nach den Anwesenden die Hände. Als sie damit abgeschlossen hat stellt sie die Schale zur Seite.

Und so ist es unter der Führung Elunes. Sie wird erkennen wer wir sind und uns danach behandeln. Tun wir Gutes, so wird sie uns Reich entlohnen. Tun wir Schlechtes, so wird sie uns die Chance geben eine neue Erkenntnis zu erhalten. Doch wie auch die Kriegerin trotzdem zum Essen eingeladen war, so wird auch Elune uns lieben, so dunkel unser Weg auch sein möge. Nehmt einander an und tut Gutes. Friede und Glück.

Dankesgebet

Namia Silberwind, Priesterin der Schwesternschaft Elunes spricht vor ihrer Abreise aus Sturmwind, während einer Messe, für die Menschen im Park von Sturmwind.


Namia stellt sich vor den Mondbrunnen und sieht die Anwesenden an. Ihr Blick ist freundlich und ein Lächeln ziert ihre Lippen, während ihre Haltung aufrecht und selbstbewusst ist.


Meine Schwestern und Brüder, Nachtelfen wie Menschen, ich grüße euch. Es erfreut mein Herz, so viele von euch bei der heutigen Messe zu sehen! Und es ist mir eine Ehre diese abhalten zu dürfen!

Doch warum seid ihr hier? Ihr seid hier, weil Elune euch gibt was ihr braucht. Hier bekommt ihr Nahrung, um den Tag zu überleben. Hier bekommt ihr Wärme, um den Winter zu überstehen. Hier bekommt ihr ein Dach über den Kopf und eine Aufgabe, um euer Dasein mit Sinn und Glück zu füllen. Das alles dank Elune, die ihre Dienerin schickte und sie auf diese Zustände aufmerksam machte! Ich werde daher ein Gebet in euer aller Namen zu Elune sprechen und ihr danken!


Namia breitet ihre Arme nach links und rechts aus und hebt ihr Gesicht zum Himmel.


Oh Elune, lichte und dunkle Mutter zugleich!
Du wirfst Dein weißes Kleid über, um uns mit deinem Licht zu führen.
Du schenkst uns Erleuchtung, Mitgefühl und Liebe. Du beobachtest und leitest Deine Kinder, beschützt und behütest sie.
Doch kannst Du auch kriegerisch und strafend sein, die die Feinde des Lebens vernichtet und den Fehlgeleiteten einen Spiegel vorhält.

Oh Elune, barmherzige und gerechte Göttin!
Hör mich, hör Deine Kinder, wie sie nach Dir rufen!
Die Verirrten, die Schwachen und Kranken, sie haben leiden müssen.
Doch diese Zeit ist nun vorbei! Du schicktest unsere Schwester, um diese Gräuel zu beenden, denn Deine Liebe und Dein Mitgefühl erstrecken sich über die ganze Welt.

Oh Elune, Du Gütige und Weise!
Wir stehen alle hier um Dir für Deine Großzügigkeit zu danken. Um Dir zu danken, dass Du den Verirrten, den Schwachen und den Kranken Hoffnung schenkst. Dass Du ihnen Kraft und Zuversicht gibst und ihnen zeigst, dass sie nicht vergessen sind!
Wir danken Dir, dass Du unsere Schwester schicktest, die sich voller Hingabe und Güte um die armen Seelen kümmert, sie pflegt und sich ihrer angenommen hat!

Oh Elune, lichte und dunkle Mutter zugleich!
Ich bitte Dich, Deine schützende Hand weiter über sie alle zu halten. Ich bitte Dich, weiterhin über sie zu wachen und ihnen Kraft und Hoffnung, Zuversicht und Liebe zu schenken. Ich bitte Dich, weiter bei ihnen zu sein, sie zu begleiten und zu führen. Denn nur mit und dank Deiner Hilfe konnte dies alles geschehen.


Namia senkt ihre Arme wieder und sieht die Anwesenden an. Sie lächelt sanft in die Menge.


Und nun werden einige Schwestern heiliges, von mir gesegnetes Wasser verteilen. Kommt, meine Schwestern, damit ich euch und das Wasser segnen kann!


Ein paar Nachtelfinnen, die bereits Schalen gefüllt mit Wasser in den Händen halten, steigen zu Namia auf und bilden eine Schlange. Nacheinander wirft Namia getrocknete und zerkleinerte Kräuter in die Schalen und taucht ihre Fingerspitzen in das Wasser. Ihre Hand leuchtet für einige Augenblicke auf, sobald sie das Wasser berührt und die nächste Nachtelfe geht zu Namia vor, während die mit bereits gesegnetem Wasser sich unter die Anwesenden mischen und ihnen die Schalen hinhalten.


Taucht eure Hände hinein, reinigt euer Gesicht und wascht eure innerlichen wie körperlichen Wunden davon. Klärt eure Blicke und spült davon, was euren Geist benebelt.


Die Anwesenden schöpfen mit beiden Händen etwas Wasser aus den Schalen und waschen ihr Gesicht. Manche benetzen auch Wunden, Rötungen und was sie sonst noch haben. Einige der Anwesenden taten dies erst zögerlich, doch nach dem die ersten es taten und positiv überrascht waren, war auch die Skepsis besiegt.

Nachdem alle sich mit dem heiligen Wasser gewaschen hatten, kehrt die Aufmerksamkeit wieder zu Namia zurück.


Seid dankbar für das was ihr habt, Brüder und Schwestern, schätzt es wert und seht es niemals als selbstverständlich an. Helft anderen, wo ihr helfen könnt und geht besonnen mit euren Ressourcen um. Ruht euch nicht auf euren Lorbeeren aus, sondern arbeitet weiter an euch, damit die Welt und euer Innerstes ein besserer Ort wird. Und wenn es aussichtslos erscheint, dürft ihr niemals vergessen, Elune wird immer mit euch sein!


Kleiner Segen

Elune, segne dieses Kind und schenke ihm Weisheit.
Elune, erleuchte dieses Kind und schenke ihm Gewissheit.
Elune, erfülle dieses Kind und schenke ihm Tapferkeit.
Elune, schütze dieses Kind, denn deine Liebe ist unendlich.